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Smartwatch auf einer Antistatikmatte neben einem gekoppelten Smartphone und einem Notebook mit SensordatenverlaufKI-generiert

Leistung

Smartwatch- und Wearable-Forensik

Eine Smartwatch ist selten die ergiebigste Datenquelle, aber häufig die aufschlussreichste Ergänzung. Sie zeichnet nahezu durchgehend auf, wird kaum bewusst bereinigt und liefert damit Anhaltspunkte, die auf dem Telefon längst gelöscht sind.

Kurz erklärt: Smartwatch-Forensik

Untersucht werden auf einer Smartwatch gespeicherte Aktivitäts- und Sensordaten sowie Kopplungsspuren zu Telefonen und anderen gekoppelten Geräten. Die Auswertung dient dazu, Zeiträume, Bewegungsmuster und Geräteverbindungen technisch zugänglich zu machen und nachvollziehbar zu dokumentieren. Sensorwerte sind Messgrößen mit Toleranz, keine exakten Angaben, und viele Verläufe liegen nur im Herstellerkonto vor, sodass hier eine technische Grenze besteht. Die Auswertung erfolgt an gesicherten Kopien in den Untersuchungsräumen in Krefeld; die Sicherung kann bei geeigneten Voraussetzungen auch beim Auftraggeber stattfinden.

Wo werden Smartwatch-Daten gespeichert?

Daten einer Smartwatch liegen in der Regel an drei Stellen: auf der Uhr selbst, in der Begleit-App des gekoppelten Telefons und im Konto des Herstellers. Der Umfang unterscheidet sich erheblich, weshalb bei einer Untersuchung nach Möglichkeit das Gesamtbild betrachtet wird.

Daten auf der Smartwatch

Auf der Uhr steht meist nur ein kurzer Zeitraum zur Verfügung. Kann ausschließlich die Uhr gesichert werden, ist der auswertbare Zeitraum entsprechend kurz.

Daten in der Begleit-App des gekoppelten Telefons

Die Begleit-App auf dem Telefon hält in der Regel deutlich längere Verläufe vor als die Uhr. Sie ist deshalb häufig die ergiebigere Quelle.

Serverseitige Daten im Herstellerkonto

Ein Teil der Verläufe liegt ausschließlich im Konto des Herstellers. Der Zugriff darauf setzt Zugangsdaten und eine entsprechende Berechtigung voraus.

Welche Daten lassen sich bei einer Smartwatch-Forensik untersuchen?

Untersucht werden vor allem Aktivitäts- und Trainingsdaten, Sensorreihen, übermittelte Benachrichtigungen sowie Kopplungs- und Verbindungsspuren. Welche Inhalte vorliegen, hängt vom Modell und vom gesicherten Speicherort ab.

Aktivitäts- und Trainingsdaten

Aktivitäts-, Schritt- und Trainingsdaten liegen mit Zeit- und teilweise Streckenbezug vor. Daraus lassen sich Zeiträume und Bewegungsmuster eingrenzen.

Herzfrequenz- und Sensorreihen

Herzfrequenz- und Sensorreihen lassen Ruhe- und Aktivitätsphasen erkennen. Sie zeigen einen Messverlauf, keine einzelne Handlung.

Benachrichtigungen und gespeicherte Inhalte

Auf der Uhr können Benachrichtigungen vorliegen, die vom gekoppelten Telefon übermittelt wurden. Auf einigen Modellen kommen Sprachnotizen, Kurznachrichten und Zahlungsvorgänge hinzu.

Kopplungs- und Verbindungsdaten

Kopplungs- und Verbindungsprotokolle zu Telefonen, Kopfhörern und WLAN zeigen, mit welchen Geräten die Uhr verbunden war. Sie eignen sich vor allem zur zeitlichen Einordnung.

Smartwatch mit eingeschaltetem Display auf einer Arbeitsfläche

Was können Smartwatch-Daten forensisch aussagen – und was nicht?

In Anwesenheits- und Zeitfragen kann eine Sensorreihe belegen, dass ein Gerät getragen wurde und in welchem Aktivitätszustand sich die tragende Person befand. In Versicherungs- und Unfallfragen liefern Bewegungsdaten Anhaltspunkte zum Ablauf.

Diese Daten sind Indikatoren, keine Beweise für einzelne Handlungen. Eine Uhr kann abgelegt oder von einer anderen Person getragen werden. Das Gutachten beschreibt daher, was die Messreihe zeigt, und nicht, was sie zu belegen scheint.

Welche Grenzen haben Wearable- und Sensordaten?

Wearable-Daten sind Messwerte mit begrenzter Speicherdauer. Vier Einschränkungen sind dabei regelmäßig maßgeblich.

  • Der Speicher vieler Uhren ist klein; ältere Daten werden automatisch verworfen.
  • Sensorwerte sind Messgrößen mit Toleranz und keine medizinisch exakten Werte.
  • Serverseitig gespeicherte Verläufe erfordern Zugang zum Herstellerkonto und eine entsprechende Berechtigung.
  • Ohne das gekoppelte Telefon bleibt ein erheblicher Teil des Verlaufs unzugänglich.

Untersuchungsort

Die Untersuchung kann in den festen Untersuchungsräumen von AQON INTELLIGENCE in Krefeld, nach vorheriger Abstimmung in München oder beim Auftraggeber durchgeführt werden. Vorab wird geprüft, welcher Untersuchungsort fachlich geeignet ist und ob dort die erforderlichen technischen, organisatorischen und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Umgang mit Daten

Die Verarbeitung erfolgt zweckgebunden nach den anwendbaren Datenschutzvorgaben und bleibt auf den vereinbarten Untersuchungsauftrag begrenzt. Datenträger und Geräte werden kontrolliert behandelt, Sicherungs- und Bearbeitungsschritte samt Werkzeugversionen dokumentiert. Nach Abschluss werden Kopien gelöscht oder entsprechend Auftrag und rechtlichen Vorgaben zurückgegeben.

Sie möchten den Untersuchungsumfang für Ihren Fall vorab klären? Schildern Sie uns kurz die Ausgangslage – wir melden uns zur fachlichen Einordnung.

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Häufige Fragen zur Smartwatch-Forensik

Eingesetzte Technik

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