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Navigationskarte auf dem Infotainment-Display eines Fahrzeugs

Leistung

Fahrzeugforensik: Auswertung digitaler Fahrzeugdaten

Moderne Fahrzeuge speichern erheblich mehr als Kilometerstand und Serviceintervalle. Sobald ein Telefon gekoppelt wird, entstehen Verbindungslisten, teils Kontakt- und Anrufdaten sowie Nutzungsspuren, die sich mit Fahrten und Zeitpunkten verbinden lassen.

Kurz erklärt: Fahrzeugforensik

Fahrzeugforensik wertet digitale Fahrzeugdaten aus Infotainmentsystem, Navigation und Steuergeräten aus, etwa Kopplungszeitpunkte von Telefonen, Ziele, Streckenverläufe und protokollierte Nutzungsereignisse. Sie dient der Klärung, wer ein Fahrzeug zu welchem Zeitpunkt genutzt oder ein Gerät damit verbunden hat. Der Zugriff ist hersteller- und modellabhängig, viele Speicher sind zyklisch angelegt, und eine Fahrt belegt nicht, wer am Steuer saß. Die Auswertung erfolgt an gesicherten Kopien in den Untersuchungsräumen in Krefeld, bei geeigneten Voraussetzungen auch beim Auftraggeber, und mündet in ein Gutachten.

Welche Fahrzeugsysteme werden forensisch betrachtet?

Im Vordergrund steht das Infotainmentsystem, weil dort Bedienung, Medien und Telefonkopplung zusammenlaufen. Ergänzend werden Navigationsspeicher, Telematikeinheiten und Ereignisdatenspeicher betrachtet, soweit sie vorhanden und auslesbar sind.

Infotainment- und Multimediasysteme

Das Infotainmentsystem führt Bedienung, Medien und Telefonkopplung zusammen. Es ist daher meist der ergiebigste Ausgangspunkt einer Untersuchung.

Navigations- und Positionsdaten

Navigationsspeicher enthalten Ziele, gespeicherte Adressen und Streckenverläufe. Wie weit sie zurückreichen, ist modellabhängig.

Telematikeinheiten

Telematikeinheiten übermitteln Positions- und Statusmeldungen, sofern das Fahrzeug damit ausgestattet ist. Der Umfang unterscheidet sich je nach Hersteller erheblich.

Ereignisdatenspeicher der Steuergeräte

Ereignisdatenspeicher zeichnen kurze Zeiträume um sicherheitsrelevante Ereignisse auf, etwa Geschwindigkeit und Bremsvorgänge. Ihr Umfang ist gering und hersteller- sowie modellabhängig.

Welche digitalen Fahrzeugdaten können Hinweise auf Nutzung und Zeitabläufe liefern?

Auswertbar sind vor allem Kopplungsspuren zu Telefonen, Navigationsziele, protokollierte Nutzungszeiten und fahrerbezogene Profileinstellungen. Aus deren zeitlichem Zusammenhang ergibt sich, wann ein Fahrzeug genutzt oder ein Gerät verbunden wurde.

Gekoppelte Telefone und Gerätekennungen

Erfasst werden gekoppelte Telefone mit Kopplungszeitpunkten und Gerätekennungen. Je nach System kommen übertragene Kontakt-, Anruf- und Nachrichtendaten hinzu.

Ziele, gespeicherte Adressen und Strecken

Navigationsziele, gespeicherte Adressen und zurückgelegte Strecken lassen sich einzelnen Zeitpunkten zuordnen, soweit das System sie mit Zeitstempel ablegt.

Zündungszyklen, Türöffnungen und Nutzungszeiten

Türöffnungen, Zündungszyklen und Nutzungszeiten werden ausgewertet, soweit sie protokolliert sind. Sie belegen die Nutzung des Fahrzeugs, nicht die Person am Steuer.

Nutzerprofile und Systemeinstellungen

Nutzerprofile und Systemeinstellungen können einen Bezug zu einzelnen Fahrern herstellen. Dieser Bezug ist ein Anhaltspunkt und kein Nachweis.

Kamerabild der Umgebungsansicht auf einem Fahrzeug-Infotainmentsystem

Fahrzeugforensik oder Fahrzeug-Screening – was ist der Unterschied?

Beide Untersuchungen lassen sich an einem Termin durchführen, werden aber getrennt dokumentiert. Ausgewertet werden ausschließlich Systeme, über die der Auftraggeber verfügungsberechtigt ist. Eingriffe in Steuergeräte oder das Umgehen von Herstellerschutz gehören nicht zum Leistungsumfang.

Fahrzeugforensik: vorhandene digitale Fahrzeugdaten untersuchen

Fahrzeugforensik wertet Daten aus, die das Fahrzeug selbst erzeugt, etwa Kopplungszeitpunkte, Ziele und protokollierte Nutzungsereignisse.

Fahrzeug-Screening: GPS-Tracker und versteckte Technik suchen

Die Suche nach nachträglich eingebrachter Ortungs- oder Aufzeichnungstechnik ist eine andere Aufgabe und wird im Fahrzeug-Screening behandelt.

Welche technischen Grenzen bestehen bei der Kfz-Forensik?

Auslesbarkeit und Speicherdauer entscheiden über das mögliche Ergebnis. Vier Grenzen sind dabei regelmäßig maßgeblich.

  • Der Zugriff ist stark hersteller- und modellabhängig; nicht jedes System ist auslesbar.
  • Viele Speicher sind zyklisch angelegt und enthalten nur die jüngsten Vorgänge.
  • Eine Fahrt belegt nicht, wer am Steuer saß.
  • Nach einem Zurücksetzen des Infotainmentsystems sind frühere Kopplungen meist nicht mehr nachweisbar.

Untersuchungsort

Die Untersuchung kann in Krefeld, nach vorheriger Abstimmung in München oder beim Auftraggeber beziehungsweise am Standort des Fahrzeugs erfolgen. Entscheidend sind unter anderem die Zugänglichkeit des Fahrzeugs, die Untersuchungsberechtigung, eine geeignete Arbeitsumgebung und die erforderliche technische Ausstattung.

Umgang mit Daten

Die Verarbeitung erfolgt zweckgebunden nach den anwendbaren Datenschutzvorgaben und bleibt auf den vereinbarten Untersuchungsauftrag begrenzt. Datenträger und Geräte werden kontrolliert behandelt, Sicherungs- und Bearbeitungsschritte samt Werkzeugversionen dokumentiert. Nach Abschluss werden Kopien gelöscht oder entsprechend Auftrag und rechtlichen Vorgaben zurückgegeben.

Sie möchten den Untersuchungsumfang für Ihren Fall vorab klären? Schildern Sie uns kurz die Ausgangslage – wir melden uns zur fachlichen Einordnung.

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Häufige Fragen zur Fahrzeugforensik

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